- Basisgerät: anerkanntes Pflegehilfsmittel, mit Pflegegrad und Bewilligung kostenlos.
- Zusatzleistungen: Schlüsselhinterlegung, Einsatzdienst, Rauch- oder Bewegungsmelder privat zu zahlen.
- Ohne Festnetz: Mobilfunkgeräte brauchen nur eine Steckdose, kosten teils eine Freischaltgebühr.
- Antrag: bei der Pflegekasse, der Anbieter hilft dabei.
Was kostet ein Hausnotruf?
Ein Hausnotruf kostet im Basistarif bei den großen Anbietern rund 27 Euro im Monat; Malteser nennt für die „Grundsicherheit“ exakt diesen Betrag (Stand Oktober 2026). Pakete mit Schlüsselhinterlegung und Einsatzdienst liegen bei 60 bis 65 Euro im Monat. Dazu kommen je nach Anbieter einmalige Gebühren für Einrichtung oder Freischaltung.
| Baustein | Typische Kosten | Zahlt die Pflegekasse? |
|---|---|---|
| Basisgerät mit Notrufzentrale | ca. 27 € im Monat | ja, mit Pflegegrad und Bewilligung |
| Schlüsselhinterlegung und Bereitschaft | bei uns 15 € im Monat | nein |
| Einsatz vor Ort | je nach Anbieter | nein, außer ein Kostenträger übernimmt |
| Mobilfunkgerät ohne Festnetz | bei uns einmalig 89 € für die SIM-Freischaltung | nein |
Wann übernimmt die Pflegekasse den Hausnotruf?
Die Pflegekasse übernimmt den Hausnotruf als Pflegehilfsmittel, wenn ein Pflegegrad vorliegt – Pflegegrad 1 genügt. Zusätzlich müssen Sie ganz oder über weite Teile des Tages allein leben oder mit jemandem zusammenleben, der im Notfall keine Hilfe rufen kann. Und es muss jederzeit eine Notsituation wie ein Sturz möglich sein, in der Sie mit einem normalen Telefon keine Hilfe holen können.
Wird der Antrag bewilligt, zahlt die Pflegekasse dem Anbieter eine monatliche Pauschale. Für das Basisgerät entstehen Ihnen keine Kosten, und der Betrag wird nicht mit Pflegegeld oder Pflegesachleistungen verrechnet.
Was zahlen Sie selbst?
Selbst zahlen Sie alles, was über das Basisgerät hinausgeht. Am wichtigsten ist die Schlüsselhinterlegung: Ohne Schlüssel muss im Notfall die Feuerwehr die Tür öffnen, wenn keine Angehörigen in der Nähe sind. Ein Pflegedienst, der den Schlüssel verwahrt und im Notfall kommt, kostet bei uns 15 Euro im Monat. Der konkrete Einsatz vor Ort ist darin nicht enthalten und wird gesondert berechnet, soweit kein Kostenträger ihn übernimmt.
Haben Sie kein Festnetz mehr, brauchen Sie ein Gerät mit Mobilfunk. Bei unserem Partner Vitakt ist das das Vario-Gerät; für die Freischaltung der SIM-Karte fallen einmalig 89 Euro an.
Hausnotruf ohne Pflegegrad
Ohne Pflegegrad zahlen Sie den Hausnotruf vollständig selbst. Die Kosten können Sie in der Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Lohnender ist oft, zuerst einen Pflegegrad zu beantragen: Wer auf einen Hausnotruf angewiesen ist, erfüllt häufig schon die Voraussetzungen für Pflegegrad 1.
So kommen Sie zum Hausnotruf
- Pflegegrad prüfen: Ohne Pflegegrad zuerst den Antrag stellen.
- Anbieter wählen: Er stellt den Antrag auf Kostenübernahme meist gemeinsam mit Ihnen.
- Kontakte festlegen: Angehörige, Nachbarn oder ein Pflegedienst, den die Notrufzentrale im Ernstfall anruft.
- Einrichtung: Das Gerät wird angeschlossen und mit einem Probealarm getestet.
Häufige Fragen
Funktioniert der Notrufknopf im Bad?
Ja. Die Sender sind wasserdicht und werden am Handgelenk oder um den Hals getragen – gerade im Bad passieren viele Stürze.
Kann ich den Hausnotruf kündigen?
Die Verträge sind in der Regel monatlich kündbar. Die Schlüsselhinterlegung bei uns ist jederzeit kündbar; ein begonnener Monat wird voll berechnet.
Wer kommt, wenn ich den Knopf drücke?
Die Notrufzentrale spricht mit Ihnen über das Gerät und verständigt die Kontakte, die Sie hinterlegt haben – oder bei Bedarf den Rettungsdienst.
Fazit
Mit Pflegegrad ist das Hausnotruf-Basisgerät für Sie kostenlos, wenn Sie große Teile des Tages allein sind. Selbst zahlen Sie Zusatzleistungen wie die Schlüsselhinterlegung. Wer niemanden in der Nähe hat, sollte genau darauf nicht verzichten.
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